Liebe Literatur-Freunde

Bei unseren Literaturstammtischen treffen sich Bücherwürmer und Leseratten,
um sich auszutauschen und Anregungen zu interessanten Büchern weiterzugeben.
Hin und wieder laden wir auch Autoren ein, um mit ihnen ins Gespräch zu
kommen. Ein fester Termin für alle, die Bücher mögen!

Zum Literatur-Stammtisch sind alle eingeladen, die ihren Lieblingsautor oder ihr Lieblingsbuch vorstellen möchten, oder sich einfach für Literatur interessieren.
Die nächsten Termine: im evangelischen Gemeindezentrum Melanchthonstrasse

http://maps.google.com/maps?&q=Melanchthonstra%C3%9Fe,76316+Malsch,DE
     

Beim Literatur-Stammtisch am 29.09.2011 stellte Sven Puchelt folgende Bücher vor:

 Um es gleich vorweg zu nehmen, das Lieblingsbuch von Sven Puchelt ist                     Der Hals der Giraffe von Judith Schalansky, das leider nicht auf die Shortlist, also unter die 6 "Besten", für den Preis des Deutschen Buchhandels 2011 gekommen ist. Aber nichts desto trotz, der Roman, der von einer engagierten Lehrerin in Mecklenburg-Vorpommern handelt, ist wieder ein Meisterwerk der Kunsthistorikerin und Kommunikationsdesignerin. Die aufwendige Gestaltung, die etwas an ein DDR-Buch erinnert, ist ebenso gelungen; so sind ab und an Zeichnungen oder z.B. eine schriftliche Übersicht über die Klasse der Lehrerin enthalten, was dem Buch, samt seinem Prägedruck der Vorderseite etwas ganz besonderes verleiht.

Weiterhin wurde kurz vorgestellt Gegen die Welt von Jan Brandt, seinem Erstlingswerk mit 1000 Seiten, das von einem heranwachsenden Jungen erzählt;
In Zeiten des abnehmenden Lichts
von Eugen Ruge (Preisträger des Deutschen Buchandels 2011), einem Roman zur Deutsch-deutschen Geschichte;                             Peter Härtlings Biographie von Fanny Hensel, der Schwester des Komponisten Felix Mendelsohn-Bartholdy, die zwar "altväterlich" geschrieben sei,         sich aber begeisternd lesen läst.
                                                                                                   Sven Puchelt stellte ebenso Bücher vor, die nicht auf der Longlist waren: wie den Roman Zusammen allein der Waldbronner Schriftstellerin Karin Bruder, der im Rumänien der Chauschesku Zeit spielt. Ein kleines Mädchen verliert Vater und Mutter, die sich in den Westen absetzen, wird dann von der Grossmutter erzogen.

Dreizehnstunden
einen spannenden und schnellen Krimi des weissen Südafrikaners Deon Meyer.

Jan Kostin Wagners Das Licht in einem dunklen Haus, dem Nachfolger von Das Schweigen einem Krimi, der wieder in Finnland spielt. Die Geschichte von einem "netten" älteren Herrn, der gleich in mehrer Morde verwickelt ist.
                                                                                                                                                           Der Schwede Jonas Jonasson beschreibt die Jagd von Gängstern und der Polizei nach einem lebenslustigen Hundertjährigen, der einen Koffer mit 50 Millionen Kronen mit sich trägt in Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand.                         



Ebenso vorgestellt wurde Das Glück der Zikaden einem Roman von Larissa Böhning; einer deutsch-deutschen Geschichte von einer jungen Künstlerin, die als glühende Kommunistin von Moskau ins faschistische Berlin geschickt wird.


Ralf Lappert Nach Hause schwimmen (2008), einem Schweizer Autor, der in Irland lebt und die Geschichte von einem heranwachsenden Jungen erzählt, der an John Ervings Romanfigur Wilbur erinnert.                                                                  Wilbur, gerade mal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine irische Mutter stirbt bei der Geburt, sein schwedischer Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Erst als seine Großeltern ihn nach Irland holen, erfährt er, was Heimat ist. Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Auch wenn er gern so stark wäre wie Bruce Willis: Er ist und bleibt ein Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen zu leben - ob er will oder nicht.

Delphine de Vigan No und ich, ein 13 jähriges Mädchen in Paris muss ein Referat über wohnungslose Jugendliche schreiben und erfährt dabei zunehmend soziales Bewusstsein. Die 13jährige hochbegabte Lou lernt die 18jährige No am Bahnhof von Paris kennen. No lebt auf der Straße, bettelt für ihren Lebensunterhalt. Lou beschließt, dass sie sich No annehmen und ihr helfen will. Obwohl für sie selbst das Leben auch nicht immer sehr leicht ist. Sie hat keine wirklichen Freunde und die Mutter kann sich nicht richtig um sie kümmern.
Ein sehr gutes und ergreifend geschriebenes Jugendbuch, das einem zu Nachdenken anregt.
Die kurz gehaltenen Abschnitte lassen sich flüssig lesen. Lou erzählt aus ihrer Sicht. Allerdings hätte hier auch mal ein Einblick auf die Geschichte aus der Sicht von No interessiert.
Ähnlich traurig schön aber intelligent: Rimbaud und die Dinge des Herzens von Samuel Benchetrit, einer Story über einen Jungen aus dem Banlieue, dessen Mutter abgeschoben wird und der Junge ein eigenes Netzwerk aufbaut.    Samuel Benchetrit, geboren 1973, ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Filmemacher, Theaterregisseur und Schauspieler. Für seinen 2009 in Frankreich erschienenen Roman „Rimbaud und die Dinge des Herzens“ erhielt er den Prix Populiste.


Emma Donoghue schreibt über einen Raum aus dem eine vergewaltigte Mutter mit ihrem fünf jährigen Sohn ausbricht.

Und zum Abschluss noch ein grossartiges illustriertes Buch: Chen Jianghong                 An Grossvaters Hand – Meine Kindheit in China, das autobiografische Züge hat und zur Zeit der Kulturrevolution spielt (Verlag Moritz).

Kann man die Schrecken der Kulturrevolution in einem Kinderbuch darstellen? Der 1963 in Tianjin geborene und seit 1987 in Paris lebende Zeichner Chen Jianghong zeigt das ganze aus der - stark autobiografisch gefärbten - Perspektive eines Kindes, erklärt sie in ihrer kurzen Kritik. "Hautnah" erlebe man den Einbruch totalitärer Gewalt in den beschaulichen Alltag eines kleinen Jungen, der darauf so zwiespältig reagiert, wie das wohl Kinder überall tun würden: Er ist stolz auf sein rotes Tuch und unglücklich, wenn seine Nachbarin, die wie er gern Mozart hört, schikaniert wird. (Neue Zürcher Zeitung 07.10.2009)

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Wissenswertes zum Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo aktuell bei Wikipedia .

http://www.deutscher-buchpreis.de/de/414204

http://www.literaturcafe.de/ ... besondere Literatur - Tipps

http://www.die-leselust.de/ ... ausgesuchte Literatur - Tipps

http://www.krimi-couch.de/... speziell für Krimi-Freunde

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Zum Literatur-Stammtisch am 05.03.2010 wurde die Karlsruher Krimi - Autorin Claudia Mummert in den Gewölbekeller des Theresienhauses eingeladen. Sie berichtete, wie sie zum Schreiben, speziell zum Krimi-Schreiben kam:
"Zum richtigen Schreiben kam ich 2007 durch ein Flugblatt unserer hier ansässigen Buchhandlung. Es wurden Durlacher Geschichten gesucht. So setzte ich mich hin und schrieb meine erste Kurzgeschichte "Ganz gemütlich"... genommen wurde sie nicht.
Doch dann folgte ein Aufruf in der Zeitung: Kurzkrimiautoren gesucht. Kurz entschlossen setzte ich mich wieder hin und schrieb meinen ersten Kurzkrimi "Der Windsorknoten". Und der wurde dann auch tatsächlich von über 50 Einsendungen für eine Anthologie ausgewählt. Dadurch ermutigt schreibe ich weiter und greife nach den Sternen.
Den ersten Stern habe ich bereits. Mein Roman-Debüt "Der Blutfänger" kam im März 2009 in den Buchandel."
Noch sind es nur wenige... bald werden es hoffentlich viele sein. Meine Ideen gehen nicht aus, auch wenn meine Motivation durch zu langes Warten manchmal etwas zu wünschen übrig lässt.

Ihr neuer Roman "Der Irrglaube" erscheint im G. Braun-Buchverlag
ISBN: 978-3-7650-8552-9      www.claudia-mummert.de ...